Lerngeschichten nach Margaret Carr

Seit vielen Jahren wenden wir das Beobachtungsinstrument der Bildungs- und Lerngeschichten, wie sie vom DJI, als Projekt nach Margaret Carr, entwickelt wurden, in unserer Kindertagesstätte an.

(Projekt: Bildungs- und Lerngeschichten als Weg zur Konkretisierung und Umsetzung des Bildungsauftrages vor Schulbeginn)

Margaret Carr setzt bei diesem Konzept bei den Selbstbildungsprozessen der Kinder an. Mit dem Verfahren der Lerngeschichten werden nicht isolierte Fertigkeiten geprüft sondern von alltäglichen Aktivitäten der Kinder ausgehend, die damit verbundenen Lernstrategien und Lerndispositionen der Kinder erfasst. Unter Lerndispositionen wird verstanden, dass Kinder an etwas Interesse zeigen, dass sie die Bereitschaft und Fähigkeit zeigen sich auf etwas einzulassen, dass die Kinder auch bei Schwierigkeiten eine Tätigkeit weiterführen, dass die Kinder sich mit anderen austauschen, und das die Kinder lernen Verantwortung zu übernehmen.

Diese Vorstellung von Bildungsprozessen entspricht im Wesentlichen dem, was in den Diskussionen mit dem Begriff Selbstbildung angesprochen wird. Außerdem weisen die in der Fachdiskussion im Kontext der Pisa-Studie und in der Presse veröffentlichten Berichte über Schulen aus „erfolgreicheren Ländern“ darauf hin, dass eine Pädagogik, die von einer solchen Sicht auf Lernen ausgeht, effektiver und effizienter ist. (vgl. Ministerium für Bildung, Frauen und Jugend,2003)

Die Arbeit mit Lerngeschichten

Lerngeschichten sind Dokumente die aus der Beobachtung von Alltags- situationen entstehen. Ein wichtiger Gesichtspunkt sind dabei die fünf Bereiche von Lerndispositionen.

In unserer Kindertagesstätte beobachtet jede Erzieherin ein Kind pro Woche. Diese Beobachtungen werden dann zunächst im Gruppenteam mit den anderen Erzieherinnen besprochen. Die durch die Beobachtungen gewonnenen Beschreibungen sowie deren Diskussionen werden dokumentiert. Für diese Dokumentationen, Geschichten der Kinder wurde dieses Portfolio angelegt.

Die Kinder kennen diesen Dokumentationsordner und wissen, dass hier ihre Geschichte aufgeschrieben wird. Außerdem enthält dieser Ordner Kommentare, Bilder, Fotos und alles was das Kind in seiner Dokumentationsmappe haben möchte.

Ziel ist es aber auch Inhalte von Entwicklungs- und Elterngespräche, Annmerkungen, Ideen und Ergänzungen aus Sicht der Eltern, je nach Wunsch aller Beteiligten, mit aufzunehmen.

Die Arbeit mit Lerngeschichten umfasst vier Arbeitsschritte: Beschreiben, Diskutieren, Dokumentieren und Entscheiden.

 

Vorzüge des Beobachtungsverfahrens

Das Projekt ist für die Kinder interessant, weil es in Beziehung zum Leben der   Kinder und der Gemeinschaft steht.

Das Verfahren setzt an den Stärken der Kinder an.

Weitere Vorzüge dieses Verfahrens sind:

- Die Beobachtungen und Lerngeschichten sind für die Kinder interessant, weil sie in Beziehung zu ihrem Leben und der Gemeinschaft stehen.

- Da das Verfahren an den Stärken und Kompetenzen der Kinder ansetzt profitieren diese durch eine hohe Motivation davon.

- Die Kinder werden bei der Wahrnehmung der eigenen Lernprozesse unterstützt. So können sie kreativ tätig sein und viele Ideen entwickeln.

- Eine Zusammenarbeit mit den Eltern im Sinne einer Bildungs- und Erziehungspartnerschaft wird angeboten und gerne angenommen.

- Die Aufmerksamkeit der Erzieherin wird durch die Beobachtung auf die Aktivitäten des Kindes gelenkt und somit Lernprozesse erkannt.

- Die Kinder werden ermutigt, sich mit Schwierigkeiten und Herausforderungen bereitwillig auseinander zu setzen.

 

 

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